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Konsumfrust statt Konsumlust

Die derzeitige Situation wirkt sich nicht nur auf den Alltag, sondern auch auf das bisher gängige und vor allem recht zuverlässige Konsumverhalten der Käufer*innen aus. Spätestens dann, wenn selbst der sonst so beliebte „Mid Season SALE“ (ehemals Frühjahrsschlussverkauf) kaum für Umsatz sorgt, muss man sich als Unternehmer Gedanken machen.

Mode „auf Anforderung“ – ein Konzept, das Überproduktion vermeiden und so für mehr Nachhaltigkeit sorgen soll. Produziert wird nur, was nachweislich Abnehmer*innen findet.

Modeunternehmen stehen immer wieder vor dem Problem, dass sie mehr produzieren, als letztendlich verkauft wird. Doch warum ist das so?

Viele Fast Fashion-Unternehmen ziehen während der Corona-Krise ihre Aufträge zurück oder  bezahlen nicht mehr für bereits produzierte Ware.  Durch Ausgangssperren und andere Auflagen, die Covid-19 mit sich bringt, erleidet die Textilindustrie derzeit erhebliche Umsatzeinbußen - wie so viele andere Branchen auch. Doch genau an diesem Punkt gerät schnell in Vergessenheit, wer von der aktuellen Situation eigentlich noch viel, viel härter betroffen ist, als die Modelabel selbst.
Jedes Jahr am 24. April findet der sog. Fashion Revolution Day statt. Ein Tag, der an das tragische Unglück in Bangladesch erinnern soll, wo vor sieben Jahren das achtstöckige Rana Plaza-Gebäude einstürzte. Ein Gebäude, in dem mehrere Textilfabriken untergebracht waren. Da Sicherheitsvorkehrungen dort aber einen genauso geringen Stellenwert hatten wie die Arbeiter*innen selbst, mussten diese ihre Tätigkeit auch dann noch fortsetzen, als bedenkliche Risse in der Fassade und den Wänden festgestellt wurden. Diese Fahrlässigkeit kostete mehr als 1100 Menschen das Leben. Über 2000 weitere wurden bei dem Einsturz verletzt.
T-Shirt: 2,50€. Pullover: 7€. Frei nach dem Motto „Super günstig! Das nehme ich direkt mal mit!“ wird oft blind konsumiert, denn in den meisten Fällen folgt die Kaufentscheidung aufgrund des niedrigen Preises und nicht, weil der Konsument tatsächlich alles braucht, was in seiner Einkaufstüte landet.