22. August 2020 - Earth Overshoot Day

22. August 2020 - Earth Overshoot Day
Das Thema Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Zu Recht! Denn es ist längst nicht mehr fünf vor, sondern bereits fünf nach 12, was den Schritt zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit unserer Natur und Umwelt betrifft.

 

Vielleicht habt ihr schon einmal vom sogenannten „Earth Overshoot Day“ (Welterschöpfungstag) gehört. Dieser zeigt an, dass wir innerhalb eines bestimmten Zeitraums mehr Ressourcen verbraucht und in Anspruch genommen haben, als überhaupt vorhanden sind oder nachwachsen können. Als Beispiel: Es ist, als hätten wir bereits unser gesamtes Jahreseinkommen ausgegeben. Inklusive dem Teil, den wir in den kommenden Monaten erst noch verdienen würden. Der heutige Tag steht im übertragenen Sinne also für unsere Schulden beim Planeten Erde. 

2019 fiel der EOD bereits auf den 29. Juli - und wurde somit früher als jemals zuvor erreicht.  Dieses Jahr fällt er auf den 22. August. Einige Wochen später als üblich. Und auch, wenn dieses Wort niemand mehr hören mag: Das hat mit Corona zutun.  

 

Der Planet atmet auf - aber nur kurz

Durch die Lockdown-Maßnahmen kamen Produktion und Wirtschaft zum Erliegen. Läden mussten schließen, Mitarbeiter wurden ins Homeoffice geschickt. An manchen Orten kam die Wirtschaft komplett zum Stillstand. Während dieser Zeit lagen die täglichen CO²-Emissionen weltweit um rund 17 Prozent unter denen von 2019. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Global Carbon Project, welche im Fachmagazin „Nature Climate Change“ veröffentlicht wurde.

Diese Studie ist jedoch nur eine Momentaufnahme während einer besonderen Zeit. Ohne ein generelles Umdenken, was Produktion und Konsumgewohnheiten angeht, lässt sich eine nachhaltige Veränderung nur schwer erzielen. Hersteller sind also ebenso gefragt wie Verbraucher. Und es gibt viele Stellschrauben, an denen zugunsten der Ressourcenschonung gedreht werden kann. Bevor wir uns jedoch darauf fokussieren, was Produzenten anders machen könnten, beginnen wir dort, wo es am meisten Sinn macht: bei uns selbst. Denn Nachhaltigkeit fängt bei unseren alltäglichen Entscheidungen an.

 

Was können wir tun, um unseren ökologischen Fußabdruck zu verringern?

Folgende Beispiele zeigen, dass jeder einzelne Tag unfassbar viel Raum für ökologisch verantwortliche Entscheidungen bietet. Von der Ernährung bis hin zur Wahl unseres Fortbewegungsmittels bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, die sich in unseren Alltag integrieren lassen.

1 Einwegverpackungen vermeiden

Dass man auf den Coffee to go im Einwegbecher mit Plastikdeckel verzichten sollte, ist längst kein Geheimnis mehr. Laut Bundesumweltamt kommen jährlich immer noch rund 2,8 Millionen (!) Becher zusammen. Mittlerweile bieten viele Cafés das Auffüllen eines mitgebrachten Mehrweg-Bechers an.* Oft sogar zu einem günstigeren Preis.

Es erfordert ein wenig Übung beim Verlassen des Hauses an seinen Becher zu denken. Das stimmt. Angesichts der Zahlen lohnt es sich aber auf jeden Fall!

Wenn ihr bei der Arbeit keine Mensa habt, in der ihr Essen gehen geht, solltet ihr auf mitgebrachte Speisen setzen. Eine Brotdose für die Frühstückspause ist abends schnell vorbereitet, falls morgens keine Zeit dafür bleibt. Mit ein bisschen Routine lässt sich auch das Mittagessen entsprechen vorplanen und mitnehmen. Besser als ein Salat in Plastikverpackung schmeckt es ohne Zweifel!

Weitere Möglichkeiten zum Vermeiden von Einwegverpackungen:

 

  • Obst- und Gemüsenetze verwenden (eignen sich auch für Brot und Brötchen)
  • Jutebeutel oder Einkaufskorb statt Plastiktüte
  • Unverpackt-Läden zum Abfüllen von Lebensmittel in Mehrweg-Gläser
  • Auffüllbare Trinkflasche dabei haben
  • ….
  • ….

 

2 Strom sparen

Ob Geräte im Standby-Modus, ein laufender Fernseher, obwohl man länger nicht im Raum ist oder die eingeschaltete Lampe, obwohl es draußen taghell ist: Überall im Haushalt lässt sich Energie einsparen. Oft bringt schon ein aufgezogener Vorhang mehr Licht ins Dunkel (und schont gleichzeitig den Geldbeutel bei der nächsten Stromabrechnung).

Achtet beim Neugerätekauf  bitte immer auf das jeweilige Energieverbrauchslabel (A+++).

 

3 Saisonale & regionale Lebensmittel bevorzugen

Wann immer möglich sollten wir beim Einkaufen auf saisonale Ware zurückgreifen. Erdbeeren im Winter mögen verlockend erscheinen, kommen in der Regel aber vom anderen Ende der Welt und überzeugen auch nicht gerade durch ihr tolles Aroma. Freuen wir uns stattdessen lieber Jahr für Jahr auf die Erdbeer- oder auch Spargelzeit und unterstützen damit regionale Anbieter. Natürlich gibt es diese Option nicht bei Bananen, Ananas und Co. Nutzen wir sie deshalb einfach, wann immer es uns möglich ist. Niemand braucht Kartoffeln aus Peru, wenn es im Laden welche aus Deutschland gibt, oder?

Greifen wir zu Obst und Gemüse aus Bioanbau, unterstützen wir damit außerdem noch die pestizidfreie Landwirtschaft. Das kommt Böden, Gewässern und unserer Gesundheit zugute. Aber Achtung: Eine Bio-Gurke in Plastik aus Spanien hat schlussendlich keine bessere Ökobilanz als die unverpackte Gurke aus konventionellem Anbau vom Bauern aus der Nachbarschaft. Hier gilt es abzuwägen.

4 Aus alt mach neu

Upcycling ist im Trend. Alte Schränke bekommen mit wenigen Handgriffen und etwas Farbe eine neue Optik, Holzreste werden zu einem Regal verarbeitet und aus Stoffresten lässt sich z.B. ein toller Einkaufsbeutel nähen. Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Spart Geld, Ressourcen und macht kreativ.

 

5 Öffentliche Verkehrsmittel nutzen

Ein Auto ermöglicht uns nahezu uneingeschränkte Mobilität. Unser ökologischer Fussabdruck wird zu einem großem Teil genau durch diese Mobilität in die Höhe getrieben. Verzichten wir öfter mal auf das Autofahren und weichen auf öffentliche Verkehrsmittel aus, wird automatisch CO² eingespart. Kurze Strecken lassen sich natürlich auch wunderbar mit dem Fahrrad bewältigen. Bewegung an der frischen Luft macht munter und hält fit.

 

Veränderung beginnt bei uns

Das sind nur 5 von vielen weiteren Möglichkeiten, mit denen wir unseren ökologischen Fußabdruck ein wenig grüner gestalten können. Bestimmt fallen euch noch einige andere ein.

Der verspätete Earth Overshoot Day zeigt jedenfalls, was ein verändertes Konsumverhalten bereits nach kurzer Zeit für Auswirkungen haben kann. Nehmen wir das als Denkanstoß für heute und für die Zukunft. Unsere Welt braucht keine Pandemie, damit sie wieder mehr ins Gleichgewicht kommt. Sie braucht dafür nur eines: Dich, euch, uns alle.