Baumwolle: Bio? Logisch!

Baumwolle: Bio? Logisch!

Baumwolle gilt als der wichtigste Rohstoff für die Textilindustrie. Sie dient als Basis für die Herstellung von rund 50% aller Kleidungstücke weltweit und ist durch ihre Eigenschaften (luftdurchlässig, angenehmes Hautgefühl, Langlebigkeit) sehr beliebt. Doch anders, als es der Name vermuten lässt, ist Baumwolle zwar eine Naturfaser, aber noch lange kein naturbelassenes, ökologisches Produkt. Zumindest nicht, wenn sie aus konventionellem Anbau stammt. Doch was genau ist das Problematische daran? Zugegeben: Die Liste an Kontra-Argumenten ist lang. Wir haben deshalb drei von vielen weiteren ausschlaggebenden Punkten zusammengetragen, aus denen ganz klar hervor geht, warum bei uns nur Artikel aus biologischer Baumwolle (Organic Cotton) einen Weg in den FairWalk- Onlineshop finden.


1.) Achtung, Pestizide!

Beim konventionellen Anbau von Baumwolle kommen unglaublich viele Pestizide in Form von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln zum Einsatz. Durch sog. Monokulturen, bei denen Jahr für Jahr dieselben Pflanzen auf derselben Fläche angebaut werden, trifft man diese Maßnahmen, um Schädlingen vorzubeugen und resistentere Pflanzen trotz ausgelaugter Böden zu erhalten. Nicht nur Natur, Umwelt und Gewässer werden dadurch verpestet, sondern im Endeffekt auch wir, die Verbraucher. Denn selbst im fertig hergestellten Produkt – ob T-Shirt, Pullover oder Jeans – lassen sich noch Pestizidrückstände nachweisen. Heißt: Alles, was der Bauer auf´s Feld und die Pflanzen sprüht, landet mit dem, was wir anziehen, anteilig auf unserer Haut. Keine schöne Vorstellung, oder?


Im Bio-Anbau sind chemische Mittel jeglicher Art verboten. Die Bauern rücken Schädlingen mit natürlichen Mitteln zu Leibe und achten schon beim Anpflanzen auf Permakulturen, die voneinander profitieren und für gesunde, fruchtbare Böden und gutes Wachstum sorgen. Hier wird also nicht nur an den verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt, sondern auch unsere Gesundheit gedacht – und an die der Bauern selbst. Nicht selten bringen sie die Pflanzenschutzmittel per Hand auf und entwickeln dadurch über kurz oder lang chronische Atemwegsprobleme, Allergien oder erkranken an Krebs.


2.) Genmanipulierte Pflanzen (GM) sind an der Tagesordnung

Für konventionelle Baumwolle werden überwiegend Pflanzen aus genetisch verändertem Saatgut angebaut. So sollen sie eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen verschiedene Wetterbedingungen wie Nässe, Kälte und Trockenheit sowie Schädlinge und Pestizide aller Art besitzen. Welch eine Ironie, wenn man sich nun Punkt 1 noch einmal durchliest, oder? Es muss erst genmanipulierte Saat zum Einsatz kommen, damit die daraus entstehenden Pflanzen den Pestizidcocktail überhaupt überstehen. Einfach nur verrückt!


Ein weiteres Problem dabei? Das genetisch veränderte Saatgut eignet sich nicht zur Nachzucht. Während Bio-Baumwolle Samen ausbildet, die den Bauern als Saat für den nächsten Anbau dienen, ist GM-Baumwolle nur zur einmaligen Anzucht/Aussaat gedacht. So müssen sie nach jeder Ernte neues Saatgut verwenden – ein enormer Kostenfaktor! Wer von ihnen aus diesem Grund auf biologisches Saatgut setzen möchte, hat es allerdings unfassbar schwer, denn solches ist bei einem Anteil von 76% gentechnisch veränderter Baumwolle weltweit unfassbar schwer zu bekommen. Das liegt definitiv im Interesse der großen Saatgut- und Pestizidkonzerne und ist eindeutig gewollt, denn dadurch generieren sie Abhängigkeit. Frei nach dem Motto: „Ihr müsst nehmen, was verfügbar ist. Also, kauft schön bei uns.“


3.) Wasserverbrauch

„Der Wasserverbrauch im Baumwollanbau ist sehr hoch, weil die Felder überwiegend durch Überflutung mit Wasser versorgt werden. In Pakistan beispielsweise werden mehr als 90 Prozent der Wassermengen, die aus dem Indus entnommen werden, in der Landwirtschaft verwendet. Doch nur etwa ein Drittel davon erreicht tatsächlich die Felder. Der größere Rest verdunstet auf dem Weg oder versickert durch marode Bewässerungskanäle. Deshalb wird bereits jetzt ein Drittel des benötigten Wassers für die Bewässerung der Baumwollfelder aus dem Grundwasser gepumpt.“ (WWF)

Mit dem Wissen, dass Baumwolle in trockenen Gebieten anbaut wird, kann jeder von uns innerhalb von Sekunden kombinieren, was das für die Wasserversorgung der Anwohner bedeutet. Letztendlich fließt mehr (Grund)wasser in den Anbau von Baumwolle, als es den Menschen für ihre eigene Versorgung zur Verfügung steht. Gleichzeitig ist das bisschen, was ihnen bleibt, so verunreinigt, dass der Verzehr oft schwere gesundheitliche Konsequenzen mit sich zieht.

Da biologische Baumwolle von Natur aus mehr Wasser speichern kann und aufgrund der kleineren Anbauflächen auch oft Regenwasser zum Einsatz kommt, verbraucht sie in der gesamten Produktion rund 91% weniger Wasser als die konventionelle Variante. Ein enormer Unterschied!

Das waren (nur) drei Gründe, die eindeutig für die Verwendung und den Kauf von Bio-Baumwolle sprechen. Wie so oft entscheidet also auch hier unser eigenes Konsumverhalten darüber, in welche Richtung der Markt sich weiterhin entwickelt. Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Steigt der Absatz von Produkten aus biologischer Baumwolle, wirkt sich das langfristig auf den Anbau aus. Für die Bauern würde das im Umkehrschluss Folgendes bedeuten:

  • Unabhängigkeit von großen Konzernen
  • Faire Entlohnung und somit ausreichend finanzielle Mittel, um die Familie zu versorgen & ihren Kindern eine Schulbildung zu ermöglichen
  • Keine gesundheitlichen Probleme durch die erzwungene Anwendung von Pestiziden
  • Bessere Arbeitsbedingungen


Wir sind es, die neue Wege einschlagen und dadurch etwas verändern können. Faire Wege. Warten wir nicht länger. Unser Einfluss ist größer, als wir es für möglich halten.

 

Weiterführende Links / Quellenangaben

EPIZ
Transgen
UTOPIA
aboutorganiccotton