Mikroplastik in Bekleidung

Mikroplastik in Bekleidung

Mit einem Anteil von rund 35% gelten Textilien aus synthetischen Fasern als einer der Hauptverursacher von Mikroplastik in unseren Gewässern. Das ist besonders problematisch, denn ganze 60% unserer Kleidung bestehen aus den sog. Kunstfasern, wie z.B. Acryl oder Polyester.

Synthetische Fasern gelten als langlebig, formstabil und sind in der Produktion besonders günstig. Gerade Letzteres kommt der Fast Fashion-Industrie entgegen, da sich so die Kosten für die unzähligen Kollektionen im Jahr erheblich senken lassen. Die Kehrseite der Medaille? Bei jedem einzelnen Waschgang lösen sich etliche dieser Fasern aus den Kleidungsstücken heraus. Durch ihre minimale Größe landen sie mit dem Abwasser in der Kläranlage - und können selbst dort nicht rückstandslos herausgefiltert werden. Die Zugabe von Weichspüler verstärkt diesen Effekt sogar noch.

Auch in unseren Hoodies werden 15% Polyester verarbeitet, um z.B. elastische Bündchen für besseren Tragekomfort zu erhalten. Es handelt sich dabei allerdings um die recycelte Version. Recyceltes Polyester benötigt 59% weniger Energie, wie eine Studie des Schweizer Bundesamtes für Umwelt aus dem Jahr 2017 ergab. Neben verringerten CO2-Emissionen wird gleichzeitig weniger Erdöl und Erdgas, welches bei der Herstellung des ursprünglichen Materials zum Einsatz kommt, benötigt. Die Ökobilanz ist also wesentlich besser als bei der normalen Variante.

Auf der Suche nach einem Filtersystem - Handeln statt Abwarten

Die Forschung läuft auf Hochtouren, was die Entwicklung eines zuverlässigen Filtersystems für die klitzekleinen Nanopartikel aus Plastik angeht. Dieses könnte dann z.B. direkt in eine Waschmaschine integriert werden. Solange es in diesem Bereich aber noch keine Erfolge zu feiern gibt, sollten wir als Verbraucher*innen das Problem selbst in die Hand nehmen. Aktives Handeln ist gefragt.  Doch was genau können wir tun?

Mikroplastik beim Waschen vermeiden/minimieren – so gehts

 Den kompletten Kleiderschrank auszumisten und alles zu entsorgen, was (anteilig) aus Kunstfasern besteht, wäre natürlich alles andere als nachhaltig. Wer also Kleidungsstücke im Schrank hat, die aus den oben genannten Fasern bestehen, kann folgende Tipps beim Wäsche waschen beherzigen:

1. Auf Weichspüler verzichten

Wie oben schon erwähnt fördert die Zugabe von Weichspüler das Herauslösen der Fasern. Daher sollte darauf - wenn nicht komplett, dann zumindest bei synthetischen Stoffen - der Umwelt zuliebe verzichtet werden.

2. Bei niedriger Wassertemperatur waschen und Waschprogramm beachten

Polyester- und andere Kunstfaser-Textilien sollten nie über 40°C gewaschen werden. Höhere Temperaturen begünstigen die Loslösung der Fasern. In der Regel reichen Temperaturen von 30-40°C für Alltags-/Freizeitmode generell aus. Der Pflegeleicht- oder Feinwaschmodus kommt hierbei ohne intensive Schleudergänge aus. Das beugt Faserbruch zusätzlich vor und erhöht so die Lebensdauer des jeweiligen Kleidungsstückes.

3. Einen Wäschebeutel verwenden

Beim "Guppyfriend" handelt es ich um einen Waschbeutel, der das Austreten von Mikroplastik beim Waschen verhindert. Dieser Waschbeutel fängt die losgelösten Fasern auf, sodass diese hinterher einfach im Abfall entsorgt werden können und gar nicht erst im Abwasser landen.

 „Abgesehen vom Reißverschluss ist der Guppyfriend Waschbeutel komplett aus Polyamid 6.6 hergestellt. Das Material ist unbehandelt, ungefärbt und enthält keine Zusätze. Es ist pur und kann sogar für medizinische Zwecke benutzt werden. Das Gewebe ist aus Monofilamenten hergestellt. Diese ähneln eher Stäben als Fäden und verlieren selber keine Mikrofasern.“ 

 

Eine super Sache, oder? Besitzt ihr bereits so einen Waschbeutel? Eine Erfindung, die so alltagstauglich und vor allem wirkungsvoll ist, dass jeder von uns sie im Haus haben und nutzen sollte. Was meint ihr?

Oft sind es bereits vermeintlich kleine Dinge, die einen Unterschied machen können. Vor allem dann, wenn sie zu einem festen Bestandteil unserer täglichen Abläufe werden. Denn wie heißt es in einem alten afrikanischen Sprichwort?