Who made my clothes? - Ein Aktionstag für mehr Transparenz in der Modeindustrie

Who made my clothes? - Ein Aktionstag für mehr Transparenz in der Modeindustrie

Jedes Jahr am 24. April findet der sog. Fashion Revolution Day statt. Ein Tag, der an das tragische Unglück in Bangladesch erinnern soll, wo vor sieben Jahren das achtstöckige Rana Plaza-Gebäude einstürzte. Ein Gebäude, in dem mehrere Textilfabriken untergebracht waren. Da Sicherheitsvorkehrungen dort aber einen genauso geringen Stellenwert hatten wie die Arbeiter*innen selbst, mussten diese ihre Tätigkeit auch dann noch fortsetzen, als bedenkliche Risse in der Fassade und den Wänden festgestellt wurden. Diese Fahrlässigkeit kostete mehr als 1100 Menschen das Leben. Über 2000 weitere wurden bei dem Einsturz verletzt.

Mittlerweile ist aus dem Aktionstag die Fashion Revolution Week entstanden. In der Zeit vom 20.- 26.April finden weltweit Aktionen – auch auf der Straße – statt, um auf die Missstände in der Textilindustrie hinzuweisen. Normalerweise jedenfalls, denn in Zeiten der Coronakrise* sind gemeinsame Demonstrationen oder generelle Zusammenkünfte natürlich nicht möglich. Deshalb liegt der Fokus in diesem Jahr verstärkt auf den sozialen Medien. Unter dem Hashtag #whomademyclothes werden die User dazu aufgerufen, ein Bild zu posten, auf dem sie ihre Kleidung auf Links drehen, um das Label „Made in…“ sichtbar zu machen. Woher stammt eigentlich der Pullover, den wir heute Morgen aus dem Kleiderschrank geholt haben? Und welchen Preis zahlen die Näher*innen dafür, dass genau dieser Pullover nur wenige Euro gekostet hat?

Who made my clothes?

Eine Frage, die nicht nur dazu dient, dass man den eigenen Konsum hinterfragt. Sie richtet sich vor allem auch an die jeweiligen Modelabel.

  • Warum fehlt es immer noch an Transparenz?
  • Wie kann es sein, dass viele Marken nicht einmal wissen, wer für die Produktion ihrer Ware zuständig ist und unter welchen Bedingungen diese stattfindet?
  • Wie können Massenanfertigung und hohe Umsatzzahlen wichtiger sein als Menschen(leben)?

Wir brauchen Antworten. Klare Statements, aus denen hervorgeht, in was wir unser Geld investieren (und in was nicht). Als Käufer*innen haben wir viel größeren Einfluss, als es uns bewusst ist. Nutzen wir dieses Potenzial und fordern die Unternehmen zum Handeln auf.   

Es liegt in unserer Hand, dass sich nachhaltig etwas verändert.

Und in DEINER.

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 *Wie sich die Coronakrise nicht nur auf unseren, sondern auch auf den Alltag der Arbeiter*innen in der Textilindustrie auswirkt, werden wir in einem ergänzenden Blogartikel thematisieren.

Quellenangaben/weiterführende Links

https://utopia.de/fashion-revolution-week-nachhaltige-mode-16332/

https://www.fashionrevolution.org/about/transparency/

https://www.fashionrevolution.org/europe/germany/